15.November 2010: Wissenschaftsrat bestätigt Dringlichkeit arktischer Forschung
Das heutige Gutachten des Wissenschaftsrates thematisiert die zukünftige Entwicklung der deutschen marinen Forschungsflotte1. Dabei wird ein deutlicher Schwerpunkt auf die dringend notwendige arktische und antarktische Forschung gelegt.
Im Jahr 2006 empfahl der Wissenschaftsrat den Bau der AURORA BOREALIS mit Auflagen. Das neue Gutachten verweist auf die im Planungsverlauf gestiegenen Konstruktions- und Betriebskosten sowie auf die derzeit ungeklärte Finanzierung dieses internationalen Projektes. Um nicht länger auf die langwierige Verständigung eines internationalen Konsortiums zu warten, schlägt das Gutachten eine nationale, „schnelle“ und zeitlich befristete Lösung vor, in dem ein bestehender Forschungseisbrecher länger im Dienst bleibt und parallel mit dem geplanten Nachfolgeschiff an beiden Polen geforscht wird. In den Bau des Nachfolgeschiffes sollen Technologien und Konzepte der AURORA einfließen, wie beispielsweise die ganzjährige Forschung an beiden Polen, das dynamisches Positionieren sowie lange Bohrkerne.
Derzeit erarbeiten Experten des ERICON-Projektes einen Businessplan der verschiedene finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten der polarforschenden Konsortiumspartner (s. Webseite) darlegen wird. Die endgültige Entscheidung über den Bau des Maßstäbe setzenden Forschungseisbrechers AURORA steht erst im März 2012 auf internationaler Ebene an. Im Stakeholder Council, dem „Aufsichtsrat“ des ERICON-Projektes, sind zum Beispiel auch Norwegen und Russland vertreten.
Für die Klärung der akuten klimatologischen Fragestellungen würden bereits vergleichsweise geringe Bohrtiefen zahlreiche Erkenntnisse liefern, weitergehende Fragen wie die nach der Entstehung des Arktischen Ozeans werden mit der vorgesehenen Ausstattung des neuen Nachfolgeschiffes nicht hinreichend Daten zur Verfügung stellen können. Dass tiefe Bohrungen im Arktischen Meer unerwartete Erkenntnisse, z. B. hinsichtlich der Eisbedeckung, liefern können zeigt die Arctic-Coring-Expedition (ACEX) 20042. Die Inbetriebnahme der AURORA ist auf 2016 veranschlagt.
1 http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/10330-10.pdf | 2 http://www.ecord.org/pub/ACEX.pdf | Weitere Info: www.eri-aurora-borealis.eu



